Alternative Schulformen - die Systeme ausserhalb des Systems

Dieser Blog recycelt zwei Essays aus meinem Pädagogik-Studium.

Ich bin in meinem Lehramtstudium für Grund-/ Mittelstufe oft mit dem Schulsystem konfrontiert worden, da es letztlich das Medium sein würde, indem ich als Pädagigin arbeite.

Meine Zweifel an dem heutigen Schulsystem wurden dadurch nicht leiser, ganz im Gegenteil. Meine Neugierde, ob es Alternativen zu dem Schulsystem gibt, wurde immer lauter. Bei Prof. Dr. Osburg bin ich fündig geworden und durfte die Erkenntnisse anhand von einem Essays festhalten.


Hier ist ein persönlicher Einblick in alternative Schulsysteme in Deutschland.


Maria Montessori - Die Reformpädagogin des 1900


Die Reformpädagogin Maria Montessori hat mich schon zu Beginn meines Studiums sehr interessiert. Unter anderem lag es daran, dass sie als erste Frau in Italien Medizin promovierte und sich folgend der pädagogischen Maßnahmen für entwicklungsverzögerte Kinder annahm (vgl. Osburg/Ada, 2017, S.9.). Maria war international bekannt und hat ihr alternatives Schulkonzept weltweit etablieren können.


In Ihrer „Casa dei Bambini“ (vgl. Osburg/Ada, 2017, S. 10) übernahm sie die bereits entwickelten Materialien, wertete sie kindergerecht auf und machte sie für Kinder aus benachteiligten Familien, mit entwicklungsverzögerungen oder auch Waisenkindern, zugänglich. Für dieses „ausdifferenziertes System pädagogisch-didaktischer Materialien.“ (Osburg/Ada, 2017, S. 9) schätze ich die Arbeit von Maria Montessori sehr.


Wichtig zu wissen ist, dass Maria Montessori nicht ausschließlich Kinder aus benachteiligten Familien, Waisenkinder und Kinder mit entwicklungsverzögerungen unterrichtete. In der Casa dei Bambini waren alle Kinder willkommen, somit stand Inklusion schon zur damaligen Zeit, um 1907 bei ihr auf der Prioritätenliste ganz oben.


Die Materialien mit denen die Kinder arbeiten waren hochwertig und sollten so das Interesse der Kinder wecken.


Der pädagogische Ansatz ihres Systems stützt sich auf folgende Punkte:

  • Kinder haben eine natürliche Neugier und Interesse an einer Sache.


  • Kinder sind dazu in der Lage ihre Aufmerksamkeit so stark zu fokussieren, dass sie Raum und Zeit vergessen und sich voll in der Sache verlieren.

Maria Montessori spricht hier von der „Polarisation der Aufmerksamkeit“.

(Osburg, Vorlesung an der Hamburger Universität. 14.12.2016)


  • Kinder werden als vollwertiger Mensch mit ihrem Charakter geachtet.


  • Es wird bei der Kommunikation nicht zwischen Erwachsenen und Kindern differenziert, sei es bei alltäglichen Unterhaltungen oder beim Nutzen von Fachwörtern im Unterricht.


  • Der Fokus der Erziehung liegt darin, den Kindern ihre Selbsttätigkeit und Selbstständigkeit zuzutrauen und sie dabei bei ihrer Entfaltung zu unterstützen.